Gut Moor liegt im Südosten Hamburgs – hier ist die Stiftung Eigentümerin von zwei Grünlandflächen. Der Raum ist geprägt durch die Geestrandvermoorung am Übergang der Harburger Geest zum Flusstal der Elbe. Auf den Niedermoorböden ist Grünlandwirtschaft die prägende landwirtschaftliche Nutzung. Bei nicht zu intensiver Nutzung wird durch die Grünlandbewirtschaftung ein wertvoller und artenreicher Lebensraum erhalten.

Kuckuckslichtnelke

Unter der Grasnarbe befindet sich eine 3,25 Meter mächtige Schicht aus Niedermoortorf, die in den oberen 50-60 cm schon stark zersetzt ist. Dies haben wir bei einer bodenkundlichen Bohrung auf einer unserer Fläche festgestellt. In den unteren Torfschichten sind die Reste der Pflanzen, aus denen die Torfe entstanden sind noch gut zu erkenne: Wir fanden Reste von Seggen und von Erlen.

Die eine Fläche lag jahrelang brach (Gut Moor 1). Seit 2011 wird das Grünland wieder regelmäßig gemäht. Die floristische Zusammensetzung hat sich seitdem verändert: Anfangs dominierten hier Brennnesseln, in den letzten Jahren prägen typische Gräser und Kräuter von feuchten Wiesen immer mehr das Bild. So treten heute Wiesenschaumkraut und Kuckuckslichtnelke auf.

An der Ostseite der Fläche wurde der Grenzgraben stellenweise aufgeweitet. So sind kleine Stillgewässer entstanden, die für Amphibien und Libellen Lebensraum sind. Bekassinen rasten hier gerne auf ihrem Durchzug. Die Grabenaufweitungen wurden im ersten Jahr von klassischen „Pionierpflanzen“ wie der gewöhnlichen Armleuchteralge besiedelt. In den nächsten Jahren wird sich die Vegetation verändern.

Ein weiteres Grünland der Stiftung in Gut Moor (Gut Moor 2) liegt direkt östlich der Autobahn A1. Es handelt sich um 3,7 Hektar. Die Fläche grenzt nach Osten und nach Norden an schon bestehende Ausgleichsflächen, die vom Sondervermögen Naturschutz der Stadt Hamburg betreut werden.

Auf der Fläche wurde ein kleines Gewässer angelegt und ein Graben mit guter Wasserführung  verbessert. Die floristischen Aufnahmen haben bislang gezeigt, dass die Fläche einige botanische Besonderheiten aufweiset: Wiesenraute, Kuckuckslichtnelke, Sumpfdotterblume und verschiedene Seggen kommen hier vor.

Kuckuckslichtnelke und Hahnenfuß - der Frühsommeraspekt

Neues Gewässer "in der Ecke"

Im Winter 2014/15 wurde das Gewässer angelegt und ein Graben gebaggert. Das Gewässer wurde in einer Ecke in Nordosten des Grundstückes angelegt. Hier liegt es in unmittelbarer Nähe zu einem kleinen Erlenbestand, der für Amphibien ein wichtiger Landlebensraum ist.

Wichtig war uns auch, dass durch das Gewässer die Mahd des Grünlandes nicht unnötig erschwert wird, daher ist die Lage in der Grundstücksecke auch aus dieser Sicht eine gute Idee. Bleibt zu hoffen, dass die Frösche das auch gut finden.